
Bildungsreisen und soziale Kontakte
On 19. März 2018 by FlausenkindFrüher, als mein Baby noch klein war, so bis 6 Monate, fand er Kinderwagen fahren furchtbar. Es eine vom Topmanagement auferlegte Einengung der Selbstverwirklichung. Schließlich sieht man als Baby maximal den Himmel oder diese gruseligen Wackelfiguren, die einen so mordlustig angrinsen. Doch dann konnte mein kleiner Frechdachs sitzen und plötzlich sah er das Schöne der Welt.
Nun war Kinderwagen fahren toll, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Bildung und soziale Kontakte.
Sobald die Räder rollen, fangen wir beide fröhlich an zu plappern. „Da“ sagt mein Baby und ich erkläre ihm, dass das ein Vogel ist. Sofort wird das Vogellied abgespult. „Da“ zeigt mein Baby auf das Auto und er wird fachkundig zur Farbe und Art des Autos beraten. „Da“ sagt er nochmal und schaut mich erwartungsvoll an. Dann folgt ein Vortrag von mir über die Sonne und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Ich bin mir sicher, dass mein Baby genau diese Antworten hören will. Schließlich grinst er zufrieden und ich kann das Vogellied nochmal singen.
Nachdem wir das geklärt haben, können wir uns auf die anderen Leute konzentrieren. Unweigerlich frage ich mich, warum zum Teufel so viele Leute im Park spazieren. Einfach so. Ohne das sie ein Tier oder ihre Kinder Gassi zu führen. Sowas machen Leute in ihrer Freizeit? War das schon immer so? Die haben dabei auch noch so gute Laune. Rätselhaft…
Mein kleiner Frechdachs grinst ausgewählte Passanten an und diese fühlen sich sogleich angesprochen. Eine angeregte Unterhaltung zwischen den Passanten und meinem Baby entwickelt sich. Interessiert lauscht mein Kind den Lebensgeschichten der fremden Menschen und wirft ab und zu ein „bababa“ ein.
Nach gefühlten 20 Minuten bemerken die Leute dann auch den Chauffeur des Babys – mich. Doch das bin ich schon gewohnt. Da ich die Fragen, die mir gestellt werden, bereits kenne, habe ich meinem Kind ein Schild mit den wichtigsten Informationen zu Alter, Geschlecht, Name und Anzahl der Zähne umgehangen. So lenkt der Chauffeur nicht so ab. Obwohl ich den Eindruck habe, dass niemand meine liebevoll gestaltete FAQ-Tafel liest, bin ich trotzdem vollends abgeschrieben. Bei dieser Kinderwagenfahrt geht es primär darum meinem Baby soziale Kontakte zu ermöglichen. Ich habe dafür Whatsapp.
Wir halten noch kurz an, damit ich noch meinen Vortrag über Blumen los werde. Bei der Gelegenheit schnappt sich mein Baby ein Fäustchen voll Erde und lässt es sich schmecken. Gut, dass ich Feuchttücher dabei habe.
Nach zwei Stunden ist der Spaß schon wieder vorbei. Dank der vielen Stopps haben wir es immerhin einmal um den Block geschafft. Doch mein kleiner Frechdachs ist wieder etwas klüger und ich kennen nun die Namen der Enkelkinder der Passanten auswendig. Beim nächsten Mal werden wir beide bestimmt abgefragt.
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